Die Geschichte

Altenburger Prinzenraub Festspiele 2011

 

Die kurfürstlichen Brüder des Hauses Wettin, Kurfürst Friedrich II. und Herzog Wilhelm III., sollen das Land – ihr Erbe – untereinander in Sachsen und Thüringen aufteilen. Durch offensichtlich missgünstige Beratung der Brüder kommt eine befriedigende Teilung nicht zustande; Friedrich und Wilhelm geraten darüber in heftigen Streit. Eine friedliche Lösung ist nicht in Sicht und so kommt es 1446 – 1450 zum sogenannten „Bruderkrieg“, der nur viel Geld kostet und natürlich kein Ergebnis bringt. An der Seite Friedrichs kämpfte im „Honorarauftrag“ Kunz von Kauffungen, einer der besten und bekanntesten Ritter seiner Zeit im Reich. Er verliert in diesem Krieg etliches an Hab und Gut, gerät in Gefangenschaft, aus der er sich mit 4000 Gulden freikauft. Das Geld und die Sachwerte will er vom Kurfürsten zurück. Er bekommt nichts und klagt vergebens. Im Gegenteil, eine für ihn unerwartete Gegenklage ist derart massiv, dass Kunz Widerspruch einlegt. Er entschließt sich, seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, indem er mit Gleichgesinnten die beiden Söhne des Kurfürsten bei ‚Nacht und Nebel‘ am 7. Juli 1455 „kidnappt“ – ein zu dieser Zeit völlig probates und erlaubtes Mittel der Fehde. Er wird mehrere Tage gejagt, gefangen genommen und ohne Prozess (!) am 14. Juli 1455 in Freiberg / Sachsen hingerichtet. Die Umstände der Prozesse, die seiner Gefangennahme und die politischen Hintergründe sind stets und bis heute Anlass zu Spekulationen, beschäftigen Historiker wie Rechtsgelehrte gleichermaßen.

 

Die beiden Söhne Friedrichs, Ernst und Albrecht, sind die Begründer der späteren ernestinischen (Thüringen) und albertinischen (Sachsen) Linie des Königreichs Polen sowie der Länder Thüringen und Sachsen. Einer der bekanntesten Vertreter der Nachfahren ist August der Starke...

 


Das Stück

Die Wettiner Prinzen Ernst und Albrecht waren längst keine kleinen Kinder mehr, als sie vom furchtlosen Ritter Kunz von Kauffungen geraubt wurden. Der 14jährige Prinz Ernst hätte die Macht im Staat übernehmen können. Was war damals, in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455, wirklich los und wieso entdeckte man den Prinzenraub erst am nächsten Morgen? Und welche Rolle spielt das berühmte Königsschloss der Böhmen – der Hradschin in Prag? Hinter all dem steckt ein großes Abenteuer der Flucht, welches das nigelnagelneue Stück von Dr. Katrin Lange vor dem geschichtlichen Hintergrund ins spektakulär rechte Licht rückt.

Artisten, Schauspieler, Stuntleute, Musiker und Tieracts! Über 450 Mitwirkende, darunter 200 mitspielende Bürger der Region sorgen für ein Theaterspektakel der Extraklasse mit einer herzerwärmenden Geschichte.

 

Das Thema durchaus neu betrachtet, von seiner – ehemals fast zufällig in Altenburg – handelnden regionalen Geschichte; zu einer neuen gesellschaftspolitischen Einordnung...

Mehr wird nicht verraten!

 

Seit 2005 besuchten über 45.000 Zuschauer die 54 Aufführungen.

 

Regie: Lutz Gotter - Ausstattung: Klaus Noack - Bühnenmusik, Lieder und musikalische Einstudierung: STOPPOK - Musik: Altenburger Posaunenchor, Die Rabenbrüder - Dramaturgie: Andreas Poppe

 

Das erfolgreiche Rahmenprogramm der letzten Jahre wird selbstverständlich beibehalten – allerdings überarbeitet und den neuen Bedingungen angepasst. Der Hofnarr, seine Spießgesellen, die Marketenderinnen, der stärkste Mann der Welt, die Rabenbrüder sowie die Barbaren des Vereins „Podegrodici“ aus Altenburg-Pauritz freuen sich ebenso auf die Festspiele wie die Händler aus dem Altenburger Raum, die für die Versorgung mit Speis und Trank oder das eine oder andere Andenken zuständig sind.

 


Inhaltsangabe

Katrin Lange

 

"Warn zwei Brüder einst in Sachsen...

Der Prinzenraub zu Altenburg im Jahr des Herrn 1455"

 

Das diesjährige Stück über den Prinzenraub unterstellt provokativ, dass der Prinzenraub gar kein richtiger Prinzenraub war. Stattdessen brennen die beiden Prinzen mit dem Kauffungen durch und kehren freiwillig - nicht zuletzt mit aktiver Unterstützung des Ritters - zurück.

 

Das Stück beginnt auf dem Markt mit regem Treiben und Einlagen einer

Gauklertruppe, deren Seiltänzer sich später mit dem Prinzen Albrecht

anfreunden wird. Dieser Prinz hat sich schon in Verkleidung zuhause weggestohlen, um Abenteuer zu erleben. Thüringer Ritter überfallen den Markt und werden vom Sachsen Kunz von Kauffungen vertrieben. In diesen Kampf platzt die Friedensproklamation, welche den sächsischen Bruderkrieg beendet. Kunz und sein Kontrahent müssen ihre Zwistigkeiten begraben. Um des lieben Friedens willen muss Kunz zudem sein im Krieg erworbenes Gut zurückgeben. Der Mann ist ruiniert und wird vom Kurfürsten verspottet.

Der Kronprinz Ernst, welcher dem gedemütigten Ritter zu Hilfe eilt, wird streng gemaßregelt und muss feststellen, dass Sachsen für seine großen Ideale zu eng geworden ist. Gemeinsam mit Kunz beschließt er die Flucht, bei der Seiltänzer Hannes helfen soll.

Der abenteuerlustige Albrecht zwingt Ernst und Kunz, ihn mit auf die Reise

zu nehmen.

Während das gesamte Kurfürstentum sich auf die Suche nach den verschwundenen Prinzen macht, entdeckt Ernst, dass sich die Feinde des Landes seine Flucht zunutze machen wollen und beschließt zurückzukehren. Kunz von Kauffungen beschützt ihn und seinen Bruder vor einem Mordanschlag Thüringens und schleppt Albrecht beinahe wider dessen Willen zurück nach Altenburg.

Der Kurfürst vertuscht die Flucht als Prinzenraub, stellt so die Staatsraison wieder her und lässt Kunz enthaupten. Ernst und Albrecht verbünden sich, um wenigstens den Seiltänzer Hannes zu retten…

 

Dieses Jahr zeigen wir erstmalig den Prinzenraub im Zusammenhang mit den Intrigen Thüringens und Böhmens, welche die sächsische Staatskrise ausnutzen wollen und verweisen so erstmalig auf die internationale Dimension des Ereignisses.

 

Andreas Poppe

 


Die Autorin:

Katrin Lange

 

Geboren 1942 in Berlin, deutsche Schriftstellerin und Journalistin

 

Katrin Lange studierte Theaterwissenschaft, arbeitete als Dramaturgin an Theatern in Berlin, Dresden und Chemnitz

Promotion über „Theater im Fernsehen“,

seit 1982 freiberufliche Autorin, lebt in Berlin

 

Mehrere 1. Plätze beim DDR-Kinderhörspielpreis,

Baden-Württembergischer Jugendtheaterpreis 1992,

Nominierungen für den deutschen Kindertheaterpreis 2006 und 2008

Kinderfilme, Hörspiele, Puppentheaterstücke, Theaterstücke

 

u.a.:

Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren, Hörspiel (1980),

Brüderchen und Schwesterchen (1992, Fernsehspiel ZDF),

Hier und jetzt! Brüderchen mit Schwesterchen (1993, Fernsehspiel ZDF),

Das Mädchen Kiesel und der Hund (1996, UA Berlin),

Die Frau vom Fischer und der Fischer selber (2006, UA Bautzen),

Unterm hohen Himmel: Parzival (2007, UA Düsseldorf)

Der sächsische Prinzenraub. Die wahre Geschichte, Theaterstück - Open Air (2009)

 

e-mail: katrinlange111@versanet.de

 


Die Musik:

 

Das Stück ist neu, die Spielrichtung ist neu und so ist auch die Musik neu. Geschrieben wird sie vom deutschlandweit bekannten und renommierten Rockmusiker, Songschreiber und Sänger STOPPOK. Er schrieb u.a. auch die Filmmusik zu Sönke Wortmanns Kino-Hit „Das Superweib“, veröffentlicht seit 1981 regelmäßig Alben - zuletzt 2008. Erinnert sei an das wunderbare Album „A’schklar“ aus dem Jahr 1991. Vom Prinzenraub ist er ganz begeistert, denn die Möglichkeit moderner mit mittelalterlicher Musik zu verbinden, reizt ihn doch sehr. Für die Festspiele schreibt STOPPOK die Bühnenmusik und Lieder, außerdem ist er für die musikalische Einstudierung zuständig.

 

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